Essstörungen können stationär oder ambulant behandelt werden, je nach der Ausprägung der Symptomatik.

In der Regel wird eine Therapie nach der Klinikentlassung ambulant weitergeführt. Leider hat sich heutzutage keine einzige Therapieform für die Behandlung von Essstörungen bewährt.

Die Therapie besteht aus Kombination multimodaler Ansätze: Ernährungstherapie, Gesprächstherapie, kognitive Verhaltenstherapie(VT), Körperorientierte Psychotherapie, tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie, Gestalttherapie, Entspannungsverfahren, katathyme Bilder, Trauma Therapie, Krisenintervention, Familientherapie, Kunsttherapie usw.

Die Therapiezeit erstreckt sich für einen Zeitraum von mehreren Monaten bis zu Jahren und hängt natürlich von der Komplexität des Krankheitsbilds und Ausprägung der Symptomatik ab.

Essstörungen haben oft einen langen Verlauf, gehen mit körperlichen Symptomen einher und können zu ernstnehmenden gesundheitlichen Schäden führen. Es gibt auch Formen, die sich von alleine zurückbilden. Aber sie sind leider nicht so häufig der Fall.

Essstörungen brauchen fachkundige Unterstützung und zählen nicht mehr zu den unheilbaren psychischen Erkrankungen. Um  Essstörungen diagnostizieren, müssen spezifische Symptome (Siehe: Klassifikation von ICD- 10, unter    "Essstörungen" vorhanden sein und der Body-Mass- Index (BMI) errechnet werden.  

Der BMI stellt ein Maß für das Über-bzw. Untergewicht dar. Der BMI errechnet sich aus dem Körpergewicht in Kilogramm dividiert durch das Quadrat der Körpergröße. Beispielrechnung:  Eine Patientin wiegt 45 Kg und ist 1,68 groß. Ihr BMI beträgt 45: (1,68)² = 15,95. Bei erwachsenen Patienten spricht man ab einem BMI von 17,5 und darunter von einer Anorexie.            

Ein BMI von  17,5 oder darunter kann in Kombination mit den übrigen Kriterien  auf das Vorliegen einer Anorexia nervosa schließen lassen. Bei einem BMI 30 wird vom Vorliegen einer Adipositas ausgegangen.

Komorbidität : Essstörungen können mit vielen anderen psychischen Erkrankungen einhergehen. In erster Linie geht es dabei um Persönlichkeitsstörungen, depressive und Angsterkrankungen.

Auch Überschneidungen mit Zwangsstörungen kommen vor. Relativ häufig wird ein Übergang in affektive Störungen (depressive Symptomatik) gefunden Häufig kommt es auch zum Auftreten einer Suchtproblematik.

Im Verlauf einer Essstörung ist besonders auch auf das mögliche Auftreten von Suizidalität zu achten.